Lohngleichheit von Frauen und Männern muss gesetzlich garantiert werden

„Auch im letzten Jahr haben Frauen 21 Prozent weniger Lohn als Männer erhalten. In Arbeitszeit umgerechnet bedeutet das, dass die weibliche Hälfte der Bevölkerung in Deutschland in diesem Jahr bis zum 18. März 2018, dem Equal Pay Day, unbezahlt arbeitet. Diese Kluft zeigt beispielhaft, dass wir von einer echten Gleichstellung zwischen Frauen und Männern noch Lichtjahre entfernt sind“, erklärt Pia Zimmermann, Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der niedersächsischen LINKEN. Zimmermann weiter: „Island hat mit dem ‚Equal Pay Act‘ Lohngleichheit gesetzlich festgeschrieben. In Deutschland ist ein verbindliches Lohngleichheitsgesetz weiterhin nicht in Sicht, obwohl ausgerechnet die Bundesrepublik eine der gravierendsten Lohnlücken in Europa hat. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Viele Frauen arbeiten in schlechtbezahlten Branchen sowie – familienbedingt – in Teilzeit. Hinzukommt, dass kaum in hochbezahlte Führungspositionen aufsteigen, weil sie seltener befördert werden. Diese Benachteiligungen schafft man aber nicht aus der Welt, indem man Frauen nahelegt, sich besser bezahlte Berufe zu suchen oder eben einfach in Vollzeit zu arbeiten. Die beruflichen Anforderungen und Belastungen in ‚Frauen-dominierten Berufen‘ – zum Beispiel soziale Arbeit, Pflege, Bildung – müssen genauso entlohnt werden wie die in vergleichbaren männlich geprägten Berufen – etwa in der IT- oder metallverarbeitenden Industrie.“
Vorstandskollege Lars Leopold ergänzt: „Die Lohndiskriminierung gegenüber Frauen hat zudem Auswirkungen bis über das Erwerbsleben hinaus. Mit dem Eintritt ins Rentenalter wird aus der Lohnlücke von 21 Prozent nämlich schnell eine Rentenlücke von über 50 Prozent. Diese Spirale muss gestoppt werden. Deshalb muss spätestens jetzt ein echtes Entgeltgleichheitsgesetz nach isländischem Vorbild her, das ein Verbandsklagerecht, verpflichtende Prüfungen der Entgeltgleichheit und Unternehmensstrafen bei Diskriminierung vorsieht. Betriebs- und Personalräte und die Frauenbeauftragten sollen verbindliche Mitbestimmungsrechte bei der Herstellung tatsächlicher Entgeltgleichheit gegenüber den Arbeitgebern erhalten.“