„Red Hand Day“ gegen Kindersoldaten: LINKE fordert Verantwortung bei der Bundeswehr

Hilfsorganisationen schätzen, dass es weltweit mindestens eine Viertelmillion Kindersoldaten gibt. Mit diesem Problem hat sich in dieser Woche auch der Bundestag beschäftigt. Dabei geriet die Große Koalition in die Kritik, weil Minderjährige bei der Bundeswehr eingesetzt werden. Die Fraktion DIE LINKE forderte in einem entsprechenden Antrag, den Stopp der Rekrutierung von Minderjährigen sowie das Mindestalter der Rekruten auf 18 Jahre festzuschreiben.

In Deutschland dürfen sich Minderjährige verpflichten lassen. Die Bundeswehr wirbt mit Karrieremöglichkeiten und der Finanzierung des Studiums. Dafür müssen sich die Jugendlichen dann zum Teil auf mehrere Jahre verpflichten und riskieren, später in Kampfeinsätze geschickt zu werden. Die Bundeswehr sorgte mit ihren Werbeaktionen für Jugendliche in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen, unter anderem durch  Informationsveranstaltungen in Schulen oder bei Computerspielmessen.

In dieser Woche machten zahlreiche Abgeordnete anlässlich des internationalen Aktionstages gegen den Einsatz von Kindersoldaten auf dieses Thema aufmerksam. An diesem jährlich am 12.

Februar begangenen „Red Hand Day“ wird symbolisch mit rotem Handabdruck gegen den Einsatz von Kindern und Minderjährigen in Kriegen und Armeen protestiert. Auch der für niedersächsische Bundestagsabgeordnete Victor Perli (LINKE) beteiligte sich. „Kinder und Jugendliche haben an der Waffe nichts verloren! Es ist scheinheilig, wenn sich Deutschland im UN-Sicherheitsrat gegen Kindersoldaten weltweit einsetzt und zeitgleich zuhause in Schulen Minderjährige umwirbt“, kommentierte Perli.

Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht im Jahr 2011 wurden über zehntausend Minderjährige für die Bundeswehr rekrutiert. Inzwischen ist jeder elfte neue Rekrut beim Antritt der Ausbildung noch nicht volljährig. „Dieser schleichenden Normalisierung müssen wir entschieden entgegentreten. Frau von der Leyen sollte hier endlich einen Riegel vorschieben! Die Bundeswehr ist kein Ort für Heranwachsende“, so Norbert Müller, kinder- und jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag.